Der deutsche Bundespräsident Christian Wulff hat heute ein paar Fragen von Ulrich Deppendorf (ARD) und Bettina Schausten (ZDF) in einem Interview beantwortet. Genau. Ein Interview. Keine Pressekonferenz oder öffentliche Livesendung.
Es ging um den Anruf bei dem BILD-Chefredakteur, um die Salamitaktik, Rücktritt und generell um viel Müll. Den Inhalt will ich an dieser Stelle nicht kommentieren – Da wird mir wieder nur schlecht.
Statt einer öffentlicher Pressekonferenz ein intimes Interview zu geben spricht in meinen Augen auch wieder Bände, wie unser Herr Bundespräsident die Öffentlichkeit wirklich sieht. Statt Pressefreiheit lieber kontrollierte Informationen streuen.
Egal, mich wunderte eigentlich eher die “Sperrfrist” die auf diesem Interview lastet. Erst ab 18:00 wurde es in Teilen freigegeben, vor 20:15 wird es Niemand sehen – Solange läuft (die schon veränderte) “Sperrfrist” laut ARD noch.
Im Internet wurde das komplette Interview schon um 18:35 Uhr veröffentlicht – Bezeichnet als “Audio-Leak” und auch über eventuelle Konsequenzen wurde schon diskutiert.
Es ist eine Frechheit, wenn es überhaupt Sperrfristen auf Interviews von öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten gibt. Sauerei wenn ARD und/oder ZDF die Informationen solange vor anderen Medien zurückhalten, bis der eigener Beitrag ausgestrahlt wurde.
Update:
Klasse, die Süddeutschen Zeitung fasst es in einem aktuellen Artikel gut zusammen: Ende der Sperrfrist
Quellen: netzpolitik.org, www.tagesschau.de
Mirror: Wulff-Interview von netzpolitik.org